THE BLIND SPOT 

Text von Stephan Berg, im Katalog “HORST KEINING MARIAKIRCHEN“, Siegburg 2003, Translation by Stephen Reader

To find a form of articulation of its own continues to present art with its greatest challenge. That makes it plain that it can be no aim of art to imitate the world; but if articulate it will, the quest is as bound to fail if art begins and ends in hermetic self-reference. The autonomy debates of the early twentieth century in their positive avantgarde furore still invoked the undimmed vision of liberating the picture to render it its own being and of projecting it as reality, obeying only its own self-set laws. Artistic discourse today runs an ambivalent course, in which pictures are always both one in themselves and The Other - both references to their inherent individuality and a shimmering, complex relating to the contexts in which they stand. That is precisely where Horst Keining’s works operate, at first glance of such detached spirit, worked-out to the last, analytically in control.

DER BLINDE FLECK 

Text von Stephan Berg, im Katalog “HORST KEINING MARIAKIRCHEN“, Siegburg 2004

Die nach wie vor größte Herausforderung für die Kunst besteht darin, eine eigene Artikulationsform zu finden, die deutlich macht, dass es kein künstlerisches Ziel sein kann, die Welt nachzuahmen, Kunst sich eben aber auch nicht in völliger selbstbezüglicher Verschlossenheit erfüllt. Während die Autonomiedebatten des frühen 20. Jahrhunderts - aus ihrem positiven Avantgardefuror heraus - noch ganz ungebrochen die Möglichkeit beschworen, das Bild zu sich selbst zu befreien und es als Wirklichkeit zu entwerfen, die allein den selbst gesetzten Kriterien folgte, gehorcht der künstlerische Diskurs heute einer Ambivalenzbewegung, in der Bilder stets das Eine und das Andere sind: Verweise auf ihre Eigen-Tümlichkeit ebenso wie schillernde, komplexe Bezugnahme auf die Kontexte, in denen sie stehen. Eben das gilt auch für die Arbeiten Horst Keinings, die auf den ersten Blick so geistkühl, durchrationalisiert und analytisch beherrscht wirken.